Bau des Heinrich-Heine-Viertels

Hintergrund der genossenschaftlichen Idee mit ihren Prinzipien bzw. Wertvorstellungen ist die historische Entwicklung der Unternehmensform. In fünf kurzen Abschnitten möchten wir die Geschichte der Wohnungsbaugenossenschaften vorstellen:

1850er bis 1930er Jahre: Von der genossenschaftlichen Wohnidee zur Expansion der Wohnform

Als Folge der zunehmenden Industrialisierung und der damit verbundenen Stadt-Land-Wanderungen der Arbeiter stieg die Wohnungsnachfrage in den Städten im 19. Jahrhundert stark an. Auf den Anbietermärkten konkurrierten die Mieter um kostspieligen und doch gleichzeitig minderwertigen Wohnraum. Vor diesem Hintergrund wurde Victor Aimé Hüber zum Ideengeber des genossenschaftlichen Wohnens. Intention war die Linderung der Wohnungsnot und die Beseitigung der Abhängigkeit gering verdienender Arbeiter von ihren Vermietern. In der genossenschaftlichen Unternehmensform bildeten die Arbeiter gemeinsam Wohneigentum, weil sie Individualeigentum finanziell nicht realisieren konnten. Die damaligen Genossenschaftsprojekte wurden allerdings überwiegend durch Intellektuelle gegründet und waren oftmals eher karitative Projekte. Angehörige des Mittelstands versuchten aus wohltätigen Motiven die Wohnsituation der Arbeiter zu verbessern, indem sie Geld für genossenschaftliche Projekte bereitstellten. Die Arbeiter allein konnten solche Vorhaben in der Regel finanziell nicht bewältigen. In den folgenden Dekaden kamen zunächst Beamtengenossenschaften hinzu, da diese Berufsgruppe den notwendigen Kapitaleinsatz aufbringen konnte. Ab dem 20. Jahrhundert unterstützten dann auch Gewerkschaften die Realisierung von Wohnungsbaugenossenschaften. Bis 1928 wuchs die Zahl der Wohnungsbaugenossenschaften in Deutschland auf 4.000.

1930er Jahre bis 1945: Verlust der Unabhängigkeit

Im Zuge der Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten verloren Genossenschaften ihre Unabhängigkeit. Gewählte Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder wurden durch regimetreue Mitglieder ersetzt. Durch Fusionen verlor die Genossenschaftslandschaft den klein- und mittelständischen Charakter.

1945 bis 1990: Wohnungsbaugenossenschaften in Westdeutschland: Weniger Genossenschaften – mehr Mitglieder

Die westdeutschen Wohnungsbaugenossenschaften beteiligten sich in der Nachkriegszeit intensiv am Wiederaufbau. Damit veränderten viele Genossenschaften auch ihre Struktur. Mit zunehmender Größe wurden sie seltener ehrenamtlich geführt. Zudem sank durch Fusionen die Zahl der Wohnungsbaugenossenschaften zwischen 1952 und 1978 von 1.600 auf 1.200. Gleichzeitig verdoppelte sich die Zahl der Mitglieder auf 1,5 Millionen.

1945 bis 1990: Wohnungsbaugenossenschaften in Ostdeutschland: Arbeiterwohnungsgenossenschaften entstanden

Neben den traditionellen Wohnungsbaugenossenschaften entstanden in der DDR so genannte Arbeiterwohnungsgenossenschaften (AWG), deren Träger die staatlichen Betriebe waren. Traditionelle Wohnungsbaugenossenschaften wandelten sich in diesem Zeitraum entweder in eine AWG oder schlossen sich einer AWG an, um gefördert zu werden.

ab 1990: Kurze Neugründungswelle und Wiederbelebung des Genossenschaftsgedankens

Mit der Abschaffung des Wohgemeinnützigkeitsgesetzes veränderte sich ab 1990 die Situation der Wohnungsunternehmen in Westdeutschland. Auch für die Wohnungsbaugenossenschaften entfiel damit die weitgehende Steuerbefreiung. Für die Wohnungsbaugenossenschaften in den neuen Bundesländern wurde die Vereinigung der beiden deutschen Staaten mit der Einführung des Altschuldenhilfegesetzes (AHG) zu einem Wendepunkt. Durch den Verkauf von 15% des Eigentums als Einzel- oder Volleigentum wurde den ostdeutschen Wohnungsbaugenossenschaften ein Teil der Altschulden erlassen. Beeinflusst durch das AHG wurden 47 neue Wohnungsbaugenossenschaften gegründet, 100 weitere kamen durch eine Ausweitung der damaligen Eigenheimzulage hinzu. Insgesamt bleibt die Zahl der Wohnungsbaugenossenschaften in Deutschland seit einigen Jahren bei ca. 2.000 Unternehmen konstant.

Vor dem Hintergrund der Wohnungsmarktsituation und Stadtentwicklungstendenzen in vielen deutschen Städten kam es zu einer Wiederbelebung des Genossenschaftsgedankens, um die Potenziale genossenschaftlichen Wohnens in wohnungswirtschaftlicher, gesellschaftlicher und stadtentwicklungspolitischer Hinsicht wieder stärker zu nutzen.

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